Vom Leben überrascht | Ein Wunschkind, eine Diagnose und geplatzte Träume

Mein erstes Fernseh-Interview

Raus aus der Komfortzone, rein ins TV-Studio

24.04.2023 | von Stefanie Vey

Nur wenn wir ab und zu über unsere eigenen Grenzen hinausgehen und Neues wagen, können wir uns weiterentwickeln.

Genau diese Chance bekam ich im vergangenen Sommer. Der Fernsehsender Hope TV war auf mein Buch „Vom Leben überrascht – Ein Wunschkind, eine Diagnose und geplatzte Träume“ aufmerksam geworden, das im Sommer 2021 im Neufeld Verlag erschienen war. Die Moderatorin der Serie „Beziehungskiste“ wollte mich gerne zu einem Interview in ihrer Sendung einladen. Nun bin ich nicht gerade die geborene „Rampensau“ und bekam schon beim Gedanken daran Herzklopfen und nervöses Bauchkribbeln.

Zeit für einen Mutausbruch

Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich am liebsten im Hintergrund aufhalte. Allein der Gedanke daran, dass auf einmal alle Kameras bzw. Blicke auf mich gerichtet sein würden und ich (bestenfalls ohne „Ähms“ und „Öhs“) ein flüssiges Gespräch führen sollte, löste in mir sofort Unbehagen aus. Gleichzeitig spürte ich diese Lust, mich der Herausforderung zu stellen. Eine echte Mutprobe. Und: Es war natürlich eine tolle Möglichkeit, mein Buch zu promoten.
In einem ersten Telefonat mit der Moderatorin Anja Wildemann bat ich um einen Tag Bedenkzeit, signalisierte aber bereits mein Interesse. Wann würde ich schließlich nochmal eine solche Chance bekommen? Ich schlief eine Nacht darüber und entschied mich dann tatsächlich dafür, diese Chance wahrzunehmen.

Vorbereitungen mit Herzklopfen

Zur Vorbereitung auf das Interview tauschte ich mich mit Anja Wildemann noch einmal telefonisch aus. Sie hatte mir bereits einige Fragen zusammengestellt, die sie im Gespräch mit mir beleuchten wollte. Grundlage war mein Buch „Vom Leben überrascht“ und darauf aufbauend viele Fragen rund um das Leben mit unserem behinderten Sohn. Um mich bestmöglich vorzubereiten, las ich mir mein eigenes Buch noch einmal komplett von vorne bis hinten durch. Ich versetzte mich in die Situation von damals, als wir die Diagnose bekamen, und in die verschiedenen Stationen in meinem und unserem Leben. Zudem reflektierte ich die aktuelle Situation, was uns derzeit so beschäftigt. Ich überlegte mir bereits verschiedene Formulierungen, um die geplanten Fragen möglichst einfach und souverän zu beantworten. Die Tage vor dem Interview waren sehr aufregend, die Nervosität extrem groß. Das Einzige, was mich etwas beruhigte, war der Gedanke, dass es in dem ganzen Interview um meine persönliche Situation gehen würde – ich somit im Grunde nichts falsch machen konnte. Ich musste einfach nur von mir und unserem Leben berichten. Und ich freute mich wirklich sehr darauf!

Der große Tag

Dann war er da – der große Tag. Als ich vor Ort beim Aufnahmestudio von Hope Media angekommen war, lief alles wie im Film an mir vorbei. Ich funktionierte einfach. Und das ganz gut sogar.

Im Eingangsbereich wurde ich ganz herzlich von einer Mitarbeiterin empfangen. Die Atmosphäre war sehr angenehm und familiär. Die Aufnahmeleiterin begrüßte mich und versuchte mir meine Aufregung zu nehmen. So viele herzliche Menschen … Kurz darauf lernte ich auch Anja Wildemann, die Moderatorin, persönlich kennen und wir gingen das Interview und die Fragen noch einmal grob durch. Anschließend ging es auch schon in die Maske. Wow, ein tolles Gefühl … ein klein wenig Stars und Sternchen-Feeling.

Jetzt gab es kein Zurück mehr.

Von der Maske ging es direkt ins Aufnahmestudio. Hier wurde ich von den Kollegen der Technik mit Mikro verkabelt, die letzten Haarsträhnen wurden geglättet, Kameras und Licht eingestellt, ein paar Fotoaufnahmen gemacht und – das hat mich besonders beeindruckt – ein kurzes Gebet gesprochen. Diese kleine Geste war so herzerwärmend und sympathisch und hat mir vermutlich auch die letzten Sorgen genommen. Dann war es soweit.

Kamera läuft. Klappe und los!

Die wohl aufregendsten Sekunden waren die während der Anmoderation. Anja Wildemann leitete kurz ins Thema ein, stellte mich vor und schon war die Bühne frei für mich. Ich spürte, wie belegt meine Stimme durch die Aufregung war, doch dagegen konnte ich nicht viel tun. Einfach konzentrieren und fokussieren. Das tat ich 40 Minuten lang. Ich erzählte und erzählte, beantwortete Frage um Frage. Es machte mir wirklich Freude. Ich vergaß regelrecht die Zeit. Und zack – kam auch schon das „Zeichen“ der Moderatorin, dass sie nun die letzte Frage stellen würde, auf die ich bitte kurz und bündig antworten sollte.

Geschafft!

Durchatmen. Ich spürte eine tiefe Erleichterung durch meinen ganzen Körper fließen. „Das haben Sie richtig gut gemacht“, sagte Anja Wildemann und auch die Aufnahmeleiterin war sichtlich zufrieden – und gleichzeitig berührt von meinen Erzählungen. Wow, es fühlte sich toll an – dieser Moment, in dem ich meine Mutprobe erfolgreich hinter mich gebracht hatte.

Ich war so stolz. Zwar war ich unsicher, wie ich wohl im Interview gewirkt habe, ob ich alles gut erläutert hatte usw. Doch vor allem war ich stolz, dass ich den Mut aufgebracht hatte, mich dieser Situation zu stellen. Als das Interview dann ein halbes Jahr später live im Fernsehen ausgestrahlt wurde, war ich noch einmal ganz genauso aufgeregt. Und zum Glück: zufrieden mit dem Ergebnis.

Hier geht´s zum Interview

Mein Fazit

Es war eine unglaublich spannende und wertvolle Erfahrung – nicht nur, die Arbeit bei einem TV-Sender kennenzulernen, sondern auch selbst im Studio zu stehen – vor den Kameras. Und ich bin positiv überrascht, was doch in mir steckt und dass ich sehr wohl vor Menschen sprechen kann. Trotzdem genieße ich jetzt erst einmal wieder die Zeit im Hintergrund. Denn so viel Aufregung und Lampenfieber brauche ich nicht jeden Tag. 😉

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herzenstexte – Freie Texterin. Autorin. Bloggerin.

Stefanie Vey

Mit meinen Herzenstexten möchte ich Menschen berühren und verzaubern, bewegen und begeistern. Bei welchem Herzensprojekt darf ich für dich kreativ werden und mit der Kraft der Worte spielen?

www.stefanie-vey.de