Deep Dive zum Thema Rechtschreibung
Komm, wir essen(,) Opa!
Von Stefanie Vey
Es ist wohl eines der bekanntesten Beispiele dafür, wie Satzzeichen Leben retten: „Komm, wir essen(,) Opa!“ (Augenzwinkern) So macht Zeichensetzung Spaß. Ansonsten kann Rechtschreibung ein ziemlich trockenes Thema sein. Muss es aber gar nicht. In unserem letzten Deep Dive – unserem monatlichen Fachaustausch – haben wir uns mit den unterschiedlichsten Facetten der Rechtschreibung beschäftigt und dabei festgestellt: Das Thema ist äußerst interessant und vielseitig. Und am Ende wurde es noch richtig amüsant.
Korrekte Rechtschreibung – unsere Visitenkarte
Als Texterinnen haben wir täglich mit Rechtschreibung zu tun: Pressemeldungen, Website-Texte, Fachartikel – was unseren Schreibtisch (oder besser: unser E-Mail-Postfach) verlässt, muss tadellos und korrekt geschrieben sein. Diesen Qualitätsanspruch haben wir übrigens nicht nur für Texte in Kundenprojekten, sondern auch für unsere eigenen Texte wie Blogartikel oder unsere E-Mail-Korrespondenz. Schließlich sind sie unsere Visitenkarte. Und auch im Privaten legen wir großen Wert auf korrekte Rechtschreibung. Versteht sich von selbst.
Korrekte Rechtschreibung fürs Image
Dabei haben wir festgestellt, wie sehr wir bei anderen Menschen auf die Rechtschreibung achten, wenn auch eher unbewusst. Durch unseren Beruf haben wir eben ein besonders feines Gespür und schauen grundsätzlich mehr darauf – im beruflichen wie im privaten Kontext. So habe ich persönlich bereits ein Zeitschriften-Abo gekündigt, unter anderem, weil mich die vielen Rechtschreibfehler auf Dauer gestört haben. Nun könnte man sagen: Wir alle machen mal Fehler. Halb so wild. Leider werden sie an einigen Stellen nicht so leicht verziehen. Rechtschreibfehler lenken vom Inhalt ab. Sie stören den Lesefluss und: In manchen Fällen schaden sie auch dem Image – gerade wenn ein Unternehmen dahintersteht. Oder wie würdest du auf Fehler in der Speisekarte eines Sternerestaurants reagieren? Es sind die kleinen Feinheiten, die das Gesamtbild abrunden.
Rechtschreibung und Schubladendenken
Die Gefahr dabei: Korrekte Rechtschreibung assoziieren wir oft automatisch mit Intelligenz und Bildung und tun anderen Menschen damit möglicherweise schnell unrecht. Für mich persönlich eine der wichtigen Erkenntnisse bei diesem Deep Dive. Ertappe ich mich doch gelegentlich dabei, wie ich von der Rechtschreibung automatisch auf den Wissensstand, die Qualifikation oder die Eigenarten eines Menschen schließe. Weiß die Person es nicht besser oder nimmt sie sich nicht die Zeit, um einen Text korrekt zu verfassen? Vielleicht eine persönliche Eigenart von mir, die ich überdenken darf.
Rechtschreibprüfung mit Duden und Co.
Und ich gebe zu: Auch wir Profis sind nicht allwissend. Selbst wir als erfahrene Texterinnen geraten hin und wieder ins Stocken und recherchieren die richtige Schreibweise von Begriffen und Formulierungen. Groß- und Kleinschreibung, zusammen oder getrennt, … Ich persönlich verlasse mich dabei auf den Duden. Duden ist, wie der Verlag selbst sagt, „die führende Instanz der deutschen Sprache: absolut zuverlässig. Praktisch, hilfreich und inspirierend.“ Wer nicht nur einzelne Wörter nachschlagen, sondern einen ganzen Text checken lassen möchte, kommt mit der Rechtschreibprüfung von Duden-Mentor weiter – je nach Umfang in der kostenlosen Variante oder in der kostenpflichtigen Premiumversion. Daneben gibt es zahlreiche kostenfreie Rechtschreibprüfungstools wie korrekturen.de oder scribbr.de. Doch mein persönlicher Test hat gezeigt, dass ich mich doch lieber auf den guten alten Duden verlasse.
Text ruhen oder vorlesen lassen
Um Schreibfehler zu vermeiden, kann es helfen, den Text nach dem Verfassen erstmal ein paar Minuten oder Stunden liegenzulassen und ihn nochmal mit frischem Blick – am besten ausgedruckt – zu lesen. Bei besonders heiklen oder wichtigen Beiträgen lesen wir Wortschätze auch gegenseitig Korrektur. Ein Tipp von Petra ist zudem, die Vorlesefunktion in Word zu nutzen. Denn beim Hören fallen Fehler nochmal deutlicher auf und die Sprachausgabe hindert uns daran, über einzelne Wörter einfach hinwegzulesen.
Rechtschreibung und Suchmaschinen-Ranking
Ja, richtig gelesen. Auch für das Suchmaschinen-Ranking hat die Rechtschreibung eine wichtige Bedeutung. Warum? Ganz einfach: Wenn Rechtschreibfehler nerven, sinkt auch die Verweildauer. Logisch, oder? Beobachte doch einmal bei deiner nächsten Recherche ganz bewusst, wie lange du die aufgerufenen Seiten nutzt. Neben guter Lesbarkeit, dem Informationsgehalt, der Nutzerfreundlichkeit und einer ansprechenden Optik reagierst du sicher auch auf Rechtschreibfehler, oder?
Zum Abschluss was zum Schmunzeln
Und so verging die Zeit bei unserem Deep Dive wie im Flug. Wir sprachen noch über die Rechtschreibreform, die Auswirkungen der Digitalisierung, über Rechtschreibung in den Schulen und über typische Begriffe, die wir ständig nachschlagen müssen. Richtig amüsant wurde es dann bei unseren peinlichsten Rechtschreibfehlern. Das Rennen machte der Fauxpas von Christine bei einem Text über einen Kosmetikpinsel: Pinsel mit Schimmeleffekt (statt Schimmereffekt). Gefolgt von Petras Spätsünder (statt Spätzünder) und Steffis Unternehmensbratung.
Alles in allem würde ich sagen: Das war mal wieder ein gelungener Deep Dive. Viel dazugelernt, Dinge hinterfragt und den Horizont erweitert. Ich freue mich auf unsere nächste Session!
Buchtipp zum Thema:
„Warum es nicht egal ist, wie wir schreiben“ (Duden-Sachbuch)

Bildnachweis: Duden
herzenstexte – Freie Texterin. Autorin. Bloggerin.
Stefanie Vey
Mit meinen Herzenstexten möchte ich Menschen berühren und verzaubern, bewegen und begeistern. Bei welchem Herzensprojekt darf ich für dich kreativ werden und mit der Kraft der Worte spielen?






